Porsche 356, 1950 - 65



Das Auto



Der 356 erhielt diese Bezeichnung, weil er tatsächlich die 356. Konstruktion des Konstruktionsbüros Porsche seit dessen Gründung im Jahr 1930 war. Außerdem war der 356 das erste Fahrzeug, das den Namen Porsche trug. Mehr aus Zweckmäßigkeit griff man im Nachkriegsdeutschland auf die Bodengruppe des VW Käfer zurück, doch ist der 356 weit mehr als nur ein Käfer im Sonntagskleid.

Sein Heckmotorkonzept und seine Konstruktion stammen direkt von seinem Vorfahren ab, doch seine Erbanlagen ließen den gut aussehenden, athletischen Nachkommen zu einem echten Sportgerät mutieren. Auch wenn manche Anhänger die reinen Linien der allerersten Fahrzeuge verehren, entfernte sich der Porsche mit jeder weiteren Verbesserung einen Schritt von seinen bescheidenen Anfängen. Der 356 ist eine muntere, spritzige Heckschleuder und noch immer der schönste Porsche, der je gebaut wurde - der Grundstein einer glanzvollen Motorsporttradition. Wenn man einen heutigen Porsche von der Seite betrachtet, kann man noch immer das Erbgut erkennen, das von jenem Original stammt.

Mit einem Klassensieg und einem 20. Platz im Gesamtklassement 1951 in Le Mans erwarben sich die ersten Porsche 356 fast auf Anhieb bei einem Wettbewerb sportliche Lorbeeren. Seit jenen frühen Tagen werden Fahrzeuge aus dem Hause Porsche immer mit Hochleistung gleichgesetzt und weisen eine beneidenswerte Erfolgsbilanz im Renn- und Rallyesport auf.

Text: Dave Selby

Photo: Automedia

Die Geschichte



Ferdinand Porsche, der Konstrukteur des VW Käfer, bescherte der Welt den Volkswagen. Doch erst sein Sohn Ferry schuf zusammen mit seinem langjährigen Mitarbeiter Karl Rabe ein Fahrzeug, das von dem Tag an, als es zum ersten Mal vom Montageband rollte, in aller Welt begeisterten Zuspruch fand – den Porsche. Heutzutage steht ein Porsche - praktisch jeder Porsche - für Präzision, Power, Purismus und Perfektion. Der 356 ist das erste Kapitel dieser Geschichte. Nun, nicht ganz.

Die Fakten



MODELL: Porsche 356 B, 1959 - 63

HEUTIGER PREIS: 30.000-115.000 Euro aufwärts

STÜCKZAHL:30963 (Gesamtzahl aller gebauten Porsche 356 B)

KAROSSERIE: 2+2-Coupé, Cabriolet und Speedster

MOTOR: Luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit 1582 ccm Hubraum und Doppelvergaseranlage

LEISTUNG: 90 PS bei 5500 U min (Super 90)

GETRIEBE: Viergang-Schaltgetriebe, alle Gänge vollsynchronisiert, Hinterradantrieb

RADAUFHÄNGUNG:Vorn: Einzelradaufhängung, Kurbellängslenker mit querliegenden Drehfederstäben und Drehstabstabilisator. Hinten: Einzelradaufhängung, Pendelhalbachsen mit Längslenkern und querliegenden Drehfederstäben. Teleskopstoßdämpfer

BREMSEN:Hydraulisch betätigte Trommelbremsen an allen vier Rädern

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: 176 km/h (110 mph) 0 - 100 km/h: 10 s

DURCHSCHNITTLICHER KRAFTSTOFFVERBRAUCH: 8,0 - 9,3 l/100 km

Mehr Fakten



Der 356 C Carrera II nimmt sowohl in Bezug auf Leistung als auch den Preis eine Spitzenstellung ein. Einige Puristen mögen zwar die ursprüngliche Form mit geteilter Windschutzscheibe bevorzugen, doch im Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Kosten sind die zuletzt gebauten 356 C Coupés mit 1600er-Motor und Scheibenbremsen an allen Rädern bestimmt die sinnvollste Wahl.

Die Preisspanne für den 356 reicht von gerade einmal 7.500,- Euro für völlig verschlissene Brot- und Butterversionen bis zu horrenden 115.000,- Euro für die besterhaltenen Exemplare der exotischsten Ausführungen. Diese breit gefächerte Preisspanne mag unverständlich erscheinen, doch beim 356 handelt es sich in Wirklichkeit nicht um ein einziges Modell, sondern eine ganze Modellpalette. Am unteren Ende der Preisskala befinden sich die normalen Coupé-Modelle - hier sind für Spitzenexemplare bis zu 30.000,- Euro anzulegen. Als Nächstes folgen die Cabrioletversionen der verbreiteteren Modelle. An der Spitze der Preisskala stehen die Speedster- und die Carreraversionen. Das leistungsstärkste Modell ist der 356 C Carrera II, der atemberaubende 200 km/h (125 mph) läuft. Da überrascht es dann auch nicht, dass für dieses Modell die höchsten Preise gefordert werden.

Ein perfekter Porsche 356 garantiert heckgetriebenen Fahrspaß auf allen Straßen, auf Autobahnen wie auf Landstraßen. Sie werden Ihre Lieblingsstrecke plötzlich um 30 km/h schneller entlangfliegen als Sie eigentlich zu fahren glaubten.

Sie sind rostanfällig. Ein schlechtes Exemplar kann Sie in kürzester Zeit in tiefe Armut stürzen. Die Preise für die Fahrzeuge sind zwar drastisch gesunken, doch ihre Restaurierung ist so kostspielig wie eh und je.

Das patentierte, voll synchronisierte Porschegetriebe lässt sich trotz langer Schaltwege butterweich schalten, jeder Gang kann schnell und exakt eingelegt werden.

Die Heckmotorkonstruktion wurde durch die Verwendung der Mechanik und des Fahrgestells des VW Käfer vorgegeben. Der Vierzylinder-Boxermotor, so genannt, weil die Zylinder einander gegenüber liegen, ist kein reiner Käfermotor mehr, sondern eine verbesserte Weiterentwicklung. Der Motor des ersten Porsche 356 hatte einen Hubraum von nur 1086 ccm und magere 40 PS, doch die ausgefeilte Aerodynamik half, dieses Handicap zu überwinden. Im Laufe der Zeit wuchs der Hubraum schließlich bis auf 1996 ccm bei der letzten Version des Carrera II.



ClassicDriver.de
AGB | Impressum | Partner | Sitemap | Händler Informationen | Privatanzeigen | Newsletter