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19.03.2001
Porsche 904 GTS


Das Auto

Text: Sylvain Reisser

Fotos: Dominique Fontenat

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Der 904 GTS ist eine der schönsten Schöpfungen von Ferdinand Alexander Porsche und ein großer Schritt der Porsche-Geschichte. Der noch von Franck Tomala, Technischer Direktor der Firma, der erst Ende 1964 vom jungen Ferdinand Piëch abgelöst wurde, in Auftrag gegebene 904 GTS setzte die Tradition der Vierzylinder-Spider fort und erwies sich als erstaunlich vielseitig.

Diese Vielseitigkeit ist zugleich einer der wichtigsten Gründe für den relativ hohen Absatz.

Der Wagen kam zu einem für die Firmengeschichte wichtigen Zeitpunkt und wurde auch im vollen Bewußtsein dieser Wichtigkeit entwickelt. Durch den Schaden in der Formel 1 klug geworden, entschied man sich bei Porsche, die Aktivitäten wieder auf die Bereiche Sport und Grand Tourisme zu konzentrieren. Zwar war Porsche durch das teure Projekt 901, das langsam Gestalt annahm, voll beansprucht. Doch wollte man auch einen vielseitigen Rennwagen im Angebot haben, der zugleich für den Straßenverkehr tauglich sein sollte, so dass der Besitzer keinen Anhänger oder Lastwagen bräuchte, um zu den Rennen zu kommen. Da die Internationale Sportkommission forderte, dass mindestens 100 Exemplare eines Wagens gebaut worden sein müssten, damit er der Kategorie GT zugeordnet werden kann, musste der neue Porsche für einen akzeptablen Preis zu haben sein – dazu noch einfach in der Wartung, zuverlässig und ausgestattet mit einem Minimum an Komfort.

So entstand der erste zweisitzige Zuffenhausener GT mit Mittelmotor.

Der 904 setzte – Premiere in Stuttgart –einige technische Lösungen um, die in anderen Rennwagen erst sehr viel später zum Einsatz kamen: Kunststoffkarosserie, Chassis mit Kastenlängs- und -querholmen aus Stahl, reduzierte Fläche der Frontpartie. Die Sitze waren nicht verstellbar, allein die Pedale und die Lenksäule ließen sich an den Körperbau des Fahrers anpassen.

Zwar war der 904 eine Sensation, als Barth und Linge ihn auf dem Parcours von Solitude am 26. November 1963 der Presse vorführten, und es gingen umgehend 20 Bestellungen ein, doch sah das Werk sich mit einer variierenden Steifheit konfrontiert, einem Problem, das von Wagen zu Wagen gravierender wurde.

Dank einiger Modifikationen konnten die meisten Mängel behoben werden, und die ersten Wagen wurden rechtzeitig ausgeliefert, um am 12-Stunden-Rennen von Sebring 1964 teilnehmen zu können. Zwei Monate später hatten die 904er, die fortan als GT klassifiziert und von Davis/Pucci beziehungsweise Linge/Balzarini gesteuert wurden, den Beginn der überwältigenden zweijährigen Überlegenheit von Porsche markiert und die perfekte Anpassung an alle Arten von Rennen bezeugt.

Ob bei der Tour de France Auto, bei den 1000 Kilometern auf dem Nürburgring, in Monte-Carlo, bei den 24 Stunden von Le Mans oder in Reims, der kleine 2-Liter hat Wunder vollbracht und den starken Ferrari 250 und AC Cobra häufig die Straße versperrt.

Im Zuge des sich anschließenden überwältigenden ökonomischen Erfolges musste die Firma sich 1964 dazu entschließen, eine weitere Serie von 20 Wagen aufzulegen.

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