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Isotta-Fraschini Tipo 8B (2)
















Die beiden Italiener Isotta und Fraschini hatten sich zum Ziel gesetzt, in der ersten Liga der exklusiven Automobil-Hersteller mitzuspielen. Trotzdem wies der Isotta-Fraschini erhebliche Schwächen auf. Er wog 3 Tonnen und ließ sich manövrieren wie ein Lastwagen.

Doch nun zu den guten Nachrichten: auch heute noch wird der Isotta-Fraschini zu den schönsten Automobilen seiner Zeit gezählt. Legendär sind nicht nur seine klassische Architektur oder seine technische Perfektion und Handwerkskunst, sondern auch seine Zuverlässigkeit und Robustheit. Und da der Besitzer eines Wagens dieser Klasse schon allein aus Statusgründen zwangsläufig auch über einen Chauffeur verfügt, wurden auch nie ernst zu nehmende Beschwerden über die Schaltung oder über Muskelschmerzen laut. Der Vatikan war ein wichtiger Kunde von Isotta-Fraschini, außerdem wurden Autos nach Argentinien und in die USA verkauft, einige Fahrzeuge gingen sogar nach Ungarn, Großbritannien und Australien.

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Der hier gezeigte Wagen, ein Tipo 8B, von dem zwischen 1931 und 1936 dreißig Exemplare gefertigt wurden (im Vergleich dazu: vom Vorgängermodell, dem 8A, wurden 950 Fahrzeuge gebaut), ist in jeder Hinsicht ein ganz besonderes Auto. Es gehörte dem amerikanischen Botschafter in Dänemark Cari F. Glad und legte die Reise von Mailand nach Kopenhagen als Fahrgestell ohne Karosserie zurück. Der Botschafter hätte natürlich sich auch für einen Pierce-Arrow, Packhard oder Lincoln entscheiden können. Und wenn es schon ein Isotta-Fraschini sein musste, so hätte er sich doch auch für eine Karosserie von Castagna oder Salamanca entscheiden können, wie es sich für einen italienischen Klassiker gehört. Doch offenbar fühlte sich der Amerikaner dem Gastland seiner diplomatischen Tätigkeit verpflichtet, weshalb er für seinen Neuerwerb bei der Kopenhagener Dansk Karosseri-Fabrik einen Karosserieaufbau orderte. Dieser hatte die Form eines Sedanca-Cabriolet, zu jener Zeit ein beliebtes Design, bei dem das Verdeck für die Rückbank geöffnet werden konnte. Dieses spezielle Sedanca-Cabriolet war von dem Künstler Viggo-Jensen entworfen worden. Jensen war eine harmonische Komposition gelungen, die auch nach all den Jahren noch beeindruckt. So erhielt der Isotta des Botschafters 1995 in Pebble Beach, Kalifornien, die Auszeichnung "Best Car of the Show".

Es wird erzählt, dass der dänische Kronprinz Henrik den Botschafter häufig in dem lang gezogenen Wagen begleitete, um bei schönem Wetter eine Fahrt bei offenem Verdeck zu genießen. Vermutlich nutzte der Botschafter den geräumigen Gepäckkoffer auf dem Dachständer nur bei besonders weiten Reisen, beispielsweise als er kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 zu einer Fahrt zum Polarkreis aufbrach. Eine solche Reise stellte ein echtes Abenteuer dar, wenn man die Straßenbedingungen jener Zeit und das spärlich ausgebaute Tankstellennetz bedenkt. Selbst bei sparsamster Fahrweise schluckt der Achtzylinder-Reihenmotor mit 7.370 cm³ und 160 PS ganze 25 Liter Kraftstoff auf 100 km. Doch Kleinigkeiten wie der Spritverbrauch waren für den stolzen Besitzer einer leistungsstarken Luxuskarosse nebensächlich. Es liegen uns daher keine Aufzeichnungen über die Summe vor, welche die nordeuropäische Tankstellenbranche an Herrn Glad verdiente.

Zum Thema Kraftstoff bleibt anzumerken, dass dieser im Tipo 8B mit Abgasdruck über zwei Zenith-Vergaser zugeführt wurde, wobei dieses System wesentlich zuverlässiger als elektrische Pumpen arbeitete. Im 8B wurde außerdem statt einer Zündspule eine Magnetzündung verwendet. Die Kurbelwelle des Motors mit oben liegender Nockenwelle lief auf neun Lagern, was dem Wagen die Laufruhe eines Rolls-Royce Phantom verlieh. Auch diese gehörte zu den selbstverständlichen Eigenschaften, die man von einem Isotta-Fraschini erwarten durfte. Dieses wohl schönste Auto Dänemarks blieb bis in die 60er Jahre im Besitz der Familie des Botschafters, bevor es mit einem Kilometerstand von über 250.000 km als Ausstellungsstück in einem Kopenhagener Museum landete. Zwanzig Jahre später wurde der Isotta an den Amerikaner Nick Harley verkauft, welcher ihn schließlich an seinen Landsmann W. K. Haines aus Canton, Ohio, veräußerte. Haines führte eine sorgfältige Restauration dieses italo-dänischen Juwels durch, wobei er allerdings eine Lackierung wählte, die eine Spur dunkler als die Originalfarbe ausfällt. Doch nach wie vor trägt der Wagen sein Nummernschild aus Kopenhagen.



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