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Isotta-Fraschini Tipo 8B (1)
















Der geflügelte Götterbote, welcher stolz den Kühlergrill dieses schönsten aller je in Dänemark gefertigten Automobile ziert, könnte ein naher Verwandter der berühmten Meerjungfrau sein, die auf einem Fels im Hafen von Kopenhagen sitzt. Der Wagen hat unlängst seinen 65. Geburtstag gefeiert. Schon allein sein Name wirkt überirdisch: unter Isotta-Fraschini (“isotta frasskini” gesprochen) stellt man sich einen berühmten Opern-Tenor aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert oder einen seltenen Sumpfvogel mit rosa Gefieder und türkisfarbenem Schnabel vor. Doch Cesare Isotta und Vincenzo Fraschini waren weder das eine noch das andere. Zu Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahre 1899 waren die beiden noch Autohändler, die Fahrzeuge aus Frankreich importierten. Kurz darauf stellten sie in Mailand bereits ihre eigenen Autos her.

Zu jener Zeit existierte nur ein Typ von Fahrzeugdesign, welcher den Inbegriff automobilen Fortschritts darstellte. Es war der in Cannstatt entwickelte 35-PS-Daimler, bekannt als Mercedes. In den Jahren nach der Jahrhundertwende wurde dieser zum Vorbild, welches zahlreiche zeitgenössische Designer nachzuahmen versuchten. Ein im vorderen Drittel eines Leiterrahmens aus Stahl platzierter Reihenmotor mit einer Kühlerfront, einer schrägen Lenksäule und einem in einer Schaltkulisse laufenden Ganghebel stellten den Standard modernen Fahrzeugdesigns dar. Auch die Konzepte von Isotta und Fraschini orientierten sich an diesem, von Wilhelm Maybach entworfenen Modell. Darüber hinaus übernahmen die beiden Italiener von Daimler und Maybach deren hohe Qualitätsmaßstäbe. Ihr Motto lautete: “Das Beste ist gerade gut genug”. Und so wurden ihre Luxusautomobile bald in einem Atemzug mit Rolls-Royce, Hispano-Suiza, Mercedes, Minerva und Cadillac genannt.

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Vor dem Ersten Weltkrieg hatte es sich noch gelohnt, geringe Stückzahlen von hervorragender Qualität und mit entsprechend hohen Preisen zu fertigen. Doch schon ein Jahrzehnt später waren kleine Unternehmen wie Isotta-Fraschini gezwungen, ihre Produktphilosophie auf Serienproduktion umzustellen oder einen starken Partner zu finden, um überleben zu können.

Auch Isotta-Fraschini hatte mit diesem Problem zu kämpfen, bis man 1936 schließlich die Fertigung von Lkws - von Mussolini dringend für seine Armee benötigt - beschloss. Man stand sogar in Verhandlungen mit Henry Ford, dessen Sohn Edsel ein großer Bewunderer von Isotta war. Wer weiß, wenn dieses Geschäft nicht geplatzt wäre, vielleicht hätte sich Ford 1986 nicht so energisch um die Übernahme von Alfa-Romeo bemüht (welche ebenfalls nicht zu Stande kam).

Die von 1921 bis 1936 gebauten großen Achtzylinder Tipo 8A und Tipo 8B von Isotta-Fraschini wurden dem Ruf der edlen italienischen Marke gerecht - wenn auch nicht in jeder Hinsicht. Zuerst die schlechten Nachrichten: vermutlich fanden es nur geübte Lastwagenfahrer wirklich vergnüglich, einen Isotta mit einem Leergewicht von ca. drei Tonnen zu manövrieren. Auch um die bis 1932 komplett manuellen Bremsen ohne Hilfskraftunterstützung zu betätigen, war erhebliche Muskelkraft erforderlich. David Scott-Moncrieff bezeichnete in seinem bekannten Buch über Oldtimer aus den 30er Jahren die Handhabung des Dreigang-Getriebes als “totalen Horror". Erst 1934 wurde das synchronisierte Viergang-Getriebe eingeführt.

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